Empfangsdame: Lord Keynes! Willkommen! Welche Freude.
Keynes: Ganz meinerseits.
Empfangsdame: Ihr Programm.
Keynes: Das wird nicht nötig sein. Ich bin das Programm. Informieren Sie alle über meine Ankunft.
Hayek: Und sagen Sie auch allen, dass ich angekommen bin.
Empfangsdame: Und Ihr Name ist…?
Hayek: Hayek. F. A. Hayek. Mit “H”.
Keynes: Freddie! Keynes hier. Hör mal… die Zentralbank gibt eine Party.
Hayek: Jetzt schon?
Keynes: In zwanzig Minuten in der Lobby.
John Maynard Keynes. F. A. Hayek. Wir sind verschieden. Unsere Philosophien widersprechen sich.
[Refrain]
Ein Jahrhundert voller Aufs und Abs
[Keynes] Ich möchte Märkte steuern
[Hayek] Ich will sie sich selbst überlassen
Es gibt Wirtschaftszyklen und gute Gründe sie zu fürchten
[Hayek] Das liegt an zu niedrigen Zinsen
[Keynes] Nein, am Herdentrieb
[Keynes]
John Maynard Keynes schrieb das Buch über moderne Makroökonomie
Er ist der, den man braucht, wenn die Wirtschaft nicht läuft
Depression, Rezession, alle eure Fragen können beantwortet werden
Hört einen Moment zu und ich werde euch alles erklären
BOOM!, 1929 gab es den Kollaps
Ohne Erholung, die Wirtschaft lag danieder
Dauerhafte Arbeitslosigkeit, das Ergebnis gleichbleibender Löhne
Ernsthaft mit einer Erholung zu rechnen? Skandalös!
Ich hatte einen tollen Plan, den jeder verstehen konnte
Mein Rat, ganz einfach: Die Nachfrage nach oben treiben!
Y ergibt sich aus C, I und G
Sorge einfach dafür, dass die Summe steigt und schau zu, wie die Wirtschaft wächst
[Refrain]
Ein Jahrhundert voller Aufs und Abs
[Keynes] Ich möchte Märkte steuern
[Hayek] Ich will sie sich selbst überlassen
Es gibt Wirtschaftszyklen und gute Gründe sie zu fürchten
[Hayek] Das liegt an zu niedrigen Zinsen
[Keynes] Nein, am Herdentrieb
Wisst ihr, es geht nur darum Geld auszugeben, hört wie die Kassen klingeln
Das Geld muss in Bewegung bleiben, alles dreht sich um die Kohle
Wenn der Geldfluss stockt, egal warum,
Muss die Regierung mehr ausgeben, es ist Zeit für Konjunkturprogramme
Vergiss das Sparen, verbanne es aus deinen Gedanken,
Wie schon gesagt, früher oder später sterben wir so oder so
Sparen macht alles kaputt, das ist das Paradoxon des Sparens
Behalte dein Geld nicht für dich oder es wird nie Wachstum geben
Denn…
Die Wirtschaft folgt dem Herdentrieb
Bulle und Bär, und es gibt Gründe ihren Einfluss zu fürchten
auf Investitionen, Einkommen und Wachstum
Darum sollte die Regierung Rezessionen mit Konjunkturprogrammen ausgleichen
Sowohl geldpolitisch als auch fiskalpolitisch, beiderlei Maßnahmen sind richtig
Staatliche Bauvorhaben, Straßengräben ausheben, Krieg hat denselben Effekt
Sogar ein zerbrochenes Fenster hilft dem Glaser ein Einkommen zu erzielen
Die Effekte multiplizieren sich und führen zu einer Erholung der Wirtschaft
Und wenn die Zinspolitik der Zentralbank in die Hose geht
Bei einer Liquiditätsfalle, wenn das Geld die Banken nicht verlässt
Dann heilt man das mit höheren staatlichen Defiziten
Los, gebt alles Geld aus, jetzt da ihr wisst wie man’s richtig macht
Meine Theorie kam sehr gut an, eine Revolution
Ich habe die Wirtschaftswissenschaften reformiert
Ihr kennt mich, ich bin bescheiden, ich verbeuge mich hier
Sagt es laut, sagt es stolz, wir alle sind jetzt Keynesianer!
[Refrain]
Ein Jahrhundert voller Aufs und Abs
[Keynes] Ich möchte Märkte steuern
[Hayek] Ich will sie sich selbst überlassen
Es gibt Wirtschaftszyklen und gute Gründe sie zu fürchten
[Hayek] Das liegt an zu niedrigen Zinsen
[Keynes] Nein, am Herdentrieb
[Hayek]
Wie mein Freund Keynes beginne ich mit dem Groben
Seine Theorie verschweigt die Natur der Veränderungen
Diese simple Gleichung von ihm, in der zu viel aufsummiert wird,
Ignoriert die Handlungen und Beweggründe der Menschen
Und dennoch nutzt man sie als Rechtfertigung
Für Rettungspläne und Auszahlungen seitens intriganter Politiker
Du bietest ihnen eine Argumentation für Gratisleistungen,
Aber dafür hinterlassen sie uns Schulden und Lasten
Wenn du dir mit einem billigen Kredit ein schönes Leben machst
Solltest du nicht glauben, dass noch mehr Kredite deine Probleme lösen
Wenn du investieren willst musst du erst etwas ansparen
Der Markt regelt den Zeitpunkt und den Zinssatz von selbst
Deine Fokussierung auf Ausgaben bringt uns schnell zum Punkt
Früher oder später sterben nicht wir, sondern deine Theorie
Tut mir leid, wenn das etwas abwertend klingt
Mach dich bereit um meine österreichische Perspektive zu erlernen
[Refrain]
Ein Jahrhundert voller Aufs und Abs
[Keynes] Ich möchte Märkte steuern
[Hayek] Ich will sie sich selbst überlassen
Es gibt Wirtschaftszyklen und gute Gründe sie zu fürchten
[Hayek] Das liegt an zu niedrigen Zinsen
[Keynes] Nein, am Herdentrieb
Du darfst dich nicht auf die Wirtschaftskrise konzentrieren
Sondern darauf wie ein Aufschwung funktioniert, denn in ihm liegen die Kräfte
Auf denen meine Theorie basiert, es kommt auf die Kapitalstruktur an
Fehlinvestitionen schwächen die Wirtschaft
Wenn ein Aufschwung mit einer Kreditexpansion beginnt
Und die Zentralbank die Zinsen senkt, versteht du
Dann wird dieses frische Geld mit verleihbarem Kapital verwechselt
Aber in Wahrheit treibt nur die Inflation diejenigen an…
Die in neue Projekte wie Hausbau investieren
Und so beinhaltet dieser Aufschwung bereits den Grund für seinen Zusammenbruch
Die Ersparnisse sind gar keine, der Konsum steigt auch
Aber beim Griff nach Ressourcen bemerkt man, dass zu wenig vorhanden ist
So wird der Aufschwung zum Zusammenbruch wenn die Zinsen steigen
Ebenso wie die Produktionskosten, die Preise waren Lügen
Der Aufschwung war in Wahrheit nur ein Gelage
Und sein entwertetes Kapital führt am Ende zu Stillstand
Ob nun in den späten 1920-er Jahren oder 2005
Schlechte Investitionen wurden gefördert und sie schienen zu gedeihen
Aber man muss erst sparen um investieren zu können, Geld zu drucken hilft nicht
Oder ein Zusammenbruch und eine Depression werden folgen
Dein so genanntes Konjunkturprogramm wird alles noch schlimmer machen
Weil es mehr dessen ist, was vorher schon nicht funktioniert hat, mehr falsche Anreize
Und diese Kreditklemme ist gar keine Liquiditätsfalle
Sondern resultiert aus einem insolventen Bankensystem, damit du’s nur weißt
[Refrain]
Ein Jahrhundert voller Aufs und Abs
[Keynes] Ich möchte Märkte steuern
[Hayek] Ich will sie sich selbst überlassen
Es gibt Wirtschaftszyklen und gute Gründe sie zu fürchten
[Hayek] Das liegt an zu niedrigen Zinsen
[Keynes] Nein, am Herdentrieb
„Die Ideen der Ökonomen und Philosophen, seien sie richtig oder falsch, sind mächtiger als man im allgemeinen glaubt. Um die Wahrheit zu sagen, es gibt nicht viel anderes, das die Welt beherrscht. Praktiker, die sich von intellektuellem Einfluss unbeeinflusst wähnen, sind normalerweise die Sklaven eines verstorbenen Ökonomen.“ – John Maynard Keynes: The General Theory of Employment, Interest and Money, [deutsch: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes München / Leipzig 1936, S.384].
„Die sonderbare Aufgabe der Ökonomie ist es, der Menschheit aufzuzeigen, wie wenig sie über etwas weiß, was sie zu formen können glaubt.“ – Friedrich August von Hayek: The Fatal Conceit, [deutsch: Die verhängnisvolle Anmaßung: Die Irrtümer des Sozialismus, Tübingen 1988, S.76]